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 Fremde Tierarten im Bodensee beunruhigen Forscher

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BeitragThema: Fremde Tierarten im Bodensee beunruhigen Forscher   Di Dez 16, 2008 12:33 pm

Zitat :
Als blinde Passagiere auf Schiffen haben sie es bis in den Bodensee geschafft. Bei der Einwanderung hilft der Rhein-Main-Donau-Kanal. Andere exotische Tiere stammen aus Aquarien, die in den See geleert wurden. Jetzt schlagen Forscher Alarm: Ein gefräßiger Flohkrebs hat sich bereits im ganzen See ausgebreitet.
Die Blaukrabbe ist eigentlich in den Gewässern des Atlantik von Kanada bis Uruguay heimisch. Auch in Holland und England gibt es kleinere Kolonien. Wie die Blaukrabbe nun in die Nordsee gelangt ist, ist noch unklar. WELT-ONLINE zeigt weitere Meeresbewohner, die fern ihres ursprünglichen Verbreitungsraumes eine neue Heimat gefunden haben.
Die wachsende Zahl neuer Tierarten im Bodensee gibt Wissenschaftlern Anlass zur Sorge. „Wir müssen ein waches Auge auf die Neuankömmlinge haben“, sagte Heinz Gerd Schröder, Leiter des Seenforschungsinstituts in Langenargen. Eingeschleppte Fische, Krebse und Muscheln könnten einheimischen Arten den Lebensraum streitig machen, wirtschaftliche Schäden verursachen oder Krankheiten verbreiten, warnte Schröder. „Zur Panik besteht allerdings kein Grund“, betonte er. Der Klimawandel könne jedoch die Zuwanderung von Wassertieren aus wärmeren Gefilden beschleunigen. „Wenn die Wassertemperatur steigt, fühlen sich auch Mittelmeerbewohner im Bodensee heimisch“, erläuterte Schröder.
Allein seit 2002 seien vier sogenannte aquatische Neozoen (griechisch: neue Tiere) im Bodensee entdeckt worden. Die neuen Bewohner stammten allerdings noch aus Gebieten mit ähnlichen Klimabedingungen. Die Forscher gingen davon aus, dass sie den Weg über das Oberrheingebiet genommen haben. Dorthin seien sie durch den Ausbau der Schifffahrtswege gelangt. An den Außenwänden von Schiffen legten sie große Strecken zurück. Der Rheinfall bei Schaffhausen habe sie nicht aufgehalten, weil sie meist durch Sportboote oder Tauchgeräte aus anderen Revieren über Land an den Bodensee gelangt seien, die vor dem neuen Einsatz nicht gereinigt wurden. „Der Mensch ist aktiver Transporteur“, sagte Schröder. „Deshalb wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass neue Tierarten riskant sind, weil sie das ökologische Gleichgewicht stören können“. Andere oft exotische Wassertiere stammen nach Schröders Angaben aus Aquarien, die ihre Besitzer unbedacht in den See geleert haben.

Bei der Einwanderung wirke der 1992 eröffnete Rhein-Main-Donau- Kanal wie „eine Autobahn“, sagte der Chef des Instituts. Denn viele Neuankömmlinge stammten aus der Schwarzmeerregion. Wie sich die Neozoen ihren neuen Lebensraum erobern, sei beispielsweise am zwei Zentimeter großen, gefräßigen Höckerflohkrebs zu beobachten, der 2002 erstmals im See gesichtet wurde. „In kürzester Zeit hat er sich rasant im ganzen See ausgebreitet“, sagte Schröder. Anders sei es der Körbchenmuschel ergangen, die 2003 zuerst an der Rheinmündung bei Bregenz auftauchte. Eine massive Invasion sei durch kalte Winter gebremst worden.
Eine unangenehme neue Tierarten hat es schon bis Karlsruhe geschafft. „Die Quagga-Muschel sehen wir mit Sorge“, meinte Schröder. Anders als die Dreikantmuschel, die seit 40 Jahren im Bodensee zur Freude der Wasservögel zu Hause ist, lebe die Quagga-Muschel in großer Tiefe. Dort kann sie Wasserentnahmerohre verstopfen und eine kostspielige Reinigung notwendig machen.

Das Treiben der Eindringlinge haben Wissenschaftler der Anrainerländer Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Spezialprogramm Aquatische Neozoen im Bodensee (ANEBO) intensiv erforscht. Das Projekt soll Anleitungen für einen besseren Gewässerschutz liefern.

Quelle

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