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 Der beißt nicht – der will nur gucken!

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BeitragThema: Der beißt nicht – der will nur gucken!   Mi Nov 12, 2008 3:17 pm

Ihr Hund weiß mehr über Sie als Sie glauben. Ihr Hund kann Sie auf einem Foto erkennen. Ihr Hund sitzt vor dem Fernseher und merkt sich Gesichter. Ihr Hund ist ein Meister in der Deutung Ihres Mienenspiels. Die Forschung liefert nun einen ernst zu nehmenden Hintergrund für kitschige Hund-Mensch-Geschichten.

Kluger Hund: Wenn es um die Deutung des Menschen geht, schlägt er sogar Affen um Längen

Diese Sätze könnten die Grundlage sein für jene Sorte Tierromane, in denen es vermenschlichte Hunde gibt mit warmherzigen Gefühlsleben und Intelligenz. Das ist zwar Kitsch. Aber immerhin liefert die Forschung jetzt einen ernst zu nehmenden, wissenschaftlichen Hintergrund dafür nach. Hunde können tatsächlich die Miene eines vertrauten Menschen lesen - und sie haben auch keine Schwierigkeiten mit der Folgerung, was das jetzt für sie zu bedeuten hat. Wenn Hunde ein menschliches Gesicht betrachten, tun sie das nach dem Prinzip, das Verhaltensbiologen bisher nur Kindern zutrauten: Sie fixieren zuerst die rechte Gesichtshälfte. Diese mustern sie lange und forschend, um anschließend der Vollständigkeit halber noch rasch die linke zu überfliegen. Das Verhalten haben britische Wissenschaftler beobachtet. Es traf übereinstimmend bei allen getesteten Hunden zu.

Aber was suchen die Tiere im Gesicht ihres Herrchens, und vor allem: Was hoffen sie in der rechten Hälfte zu finden? Die Antwort der Forscher: So sehr sind Hunde inzwischen in der Kommunikation mit dem Menschen geübt, dass sie seine Verhaltensmuster komplett kopieren. Hunde sind tatsächlich "die besten Freunde des Menschen", unter dem Fell arbeitet ein "anthropophiles" Gehirn. Ebenso wie Menschen haben auch Hunde eine Linksblick-Tendenz, auf Englisch "left gaze bias": Menschen wie Hunde mustern im Gesicht eines Gegenübers vorwiegend die linke Seite des Mienenspiels.

Den Grund für diese Linksorientierung sehen die Forscher in den Arbeitszuständigkeiten unserer Gehirnhälften. Bei den meisten Menschen ist die rechte Seite für die Emotionen zuständig, steuert gleichzeitig die linke Körperhälfte. Die linke Gehirnhälfte übernimmt eher das rationale Denken. Offenbar ist dies bei Rechts- und Linkshändern gleichermaßen der Fall.

"Deshalb drücken wir Emotionen in der rechten Gesichtsseite viel deutlicher aus als links", sagte Forschungsleiter Kun Guo von der University of Lincoln dem "New Scientist". Die emotionale Verfassung des Gegenübers bilde sich dort am besten ab. Stimmungen wie Ärger und Wut lassen sich überall finden - aber am deutlichsten dort. Daher mache es für Hunde am ehesten Sinn, wenn sie sich mit Blick nach links nach der Stimmung des Herrchens erkundigten.

Den Weg der Augen ihrer Versuchstiere filmten die Verhaltensbiologen mit Spezialkameras. Spezielle Lichtmarker zeichneten die Bewegungen der Blicke nach, ebenso wie die Richtung, in die sich die Köpfe bewegten. Verblüfft stellten die Forscher fest, dass ihre vierbeinigen Testkandidaten einen wesentlich stärkeren Linksdrang haben, wenn Herrchen oder Frauchen gerade besonders wütend sind. Mehr noch: Das Verhalten zeigen Waldi und Co. sogar, wenn sie Gesichter auf Fotos betrachten, es sei denn, es handelte sich um das Mienenspiel anderer Hunde oder um leblose Objekte wie Landschaften, Futter oder Spielzeug.

Die treffsichere Interpretation von Menschengesten ist dem Hund offenbar in die Wiege gelegt - und hat sich über die Jahrtausende des Zusammenlebens in seinem Erbgut festgeschrieben. Wölfe bringen solche kommunikatorischen Fähigkeiten nicht, das zeigen Studien ungarischer Verhaltensforscher von der Eötvös Loránd Universität. Der Hund hat sich sogar das Bellen angewöhnt - in Anpassung an die vom Menschen bevorzugte Kommunikation durch Sprache.

Sein Verhalten zahlt sich aus für den besten Freund des Menschen: "Wenn es darum geht, menschliches Verhalten zu deuten, kommt kein Säugetier an die Fähigkeiten von Hunden heran", sagt Juliane Kaminski vom Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie. So konnten die Leipziger zeigen, dass Hunde sogar die vermeintlich so klugen Menschenaffen um Längen schlagen, wenn es darum geht, den Menschen zu verstehen und seine Gesten und Mienen zu deuten.

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